Und ob die Zeit reif war. Nach einigen glücklosen und knapp gescheiterten Versuchen in den Sechzigern und zu Beginn der Siebziger sollte die Saison 1978/79 die erfolgreichste Saison in der Vereinsgeschichte des FC Rauenberg werden - und auch eine der spannendsten. Von Anfang an lieferten sich der FC Rauenberg und der TSV Kembach ein knallhartes Rennen um die Tabellenspitze, in das nur sehr, sehr selten eine andere Mannschaft eingreifen konnte. Erst am letzten Spieltag gab der FC Rauenberg einen Zwei-Punkte-Vorsprung durch ein 0:2 in Grünsfeld wieder her und zur gleichen Zeit gewann Kembach sein Spiel. So stand man dann am Ende der Saison punktgleich an der Tabellenspitze. Ein Entscheidungsspiel mußte also her - und dies fand am Samstag, den 09. Juni 1979 auf dem Sportplatz des SV Wertheim statt. Den zahlreich angereisten Zuschauern wurde an diesem Tage ein wahrer Thriller geboten. Wer erinnert sich nicht an die dramatischen Szenen. Zuerst der Rückstand in der ersten halben Stunde, dann die enorme Aufholjagd, die nach der Pause durch Armin Gumprich mit dem Ausgleich belohnt wurde. Nach regulären 90 Minuten stand es aber 1:1 unentschieden. So mußten die Akteure bei brütender Hitze in die Verlängerung. In diesen 2 x 15 Minuten war das Spiel relativ ausgeglichen, Chancen gab es auf beiden Seiten. Die größte Chance aber hatte der FC Rauenberg, als der eingewechselte Werner Pölleth den Kembacher Torwart umspielte und den Ball ins lange Eck schießen wollte. Dort stand aber sehr unglücklich Dietmar Grein, der den Ball kurz vor der Linie mit dem Rücken wieder nach draußen „bugsierte". Also Elfmeterschießen!! Hierbei wurde Gernot Konrad zum Matchwinner dieses Krimis. Den ersten Elfer gehalten, gleich danach den eigenen sicher „versenkt", Rauenberg schien zu gewinnen. Doch nachdem Willi Schönig es nicht schaffte und die nachfolgenden Schützen alle sicher verwandelten, ging auch dieses Elfmeterschießen in die „Verlängerung". Im K.O.-System mußte nun ein Sieger ermittelt werden. Als Edwin Müssig nicht traf, schien wie schon vor 3 Jahren nur die Vizemeisterschaft übrigzubleiben. Doch Kembach hatte die Rechnung ohne unseren Keeper Gernot gemacht. Er ließ die Träume des TSV Kembach platzen, als er den entscheidenden Elfmeter sicher hielt. Rauenberg ging danach durch einen souverän verwandelten Strafstoß von Horst Arlt wieder in Front. Nun lag der ganze Druck auf dem Kembacher Schützen. Dieser lief an - schoß - und zielte über das Tor. Danach kannte die Freude der Fans und Spieler keine Grenzen mehr und der FC Rauenberg erlebte seinen größten Erfolg.